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Designer arbeitet am Bildschirm an Grafiken, daneben ein Farbfächer für den Druck – es geht um den Unterschied zwischen Farben am Screen und im Print.

Design für Screen und Print: So bleiben Farben konsistent

Für erfahrene Designer geht es bei Farbabweichungen weniger um Überraschungen als um Kontrolle. Der Unterschied zwischen Bildschirm und Druck ist gut bekannt. Die eigentliche Herausforderung besteht darin, diese Lücke so zu steuern, dass sie das Endergebnis nicht beeinträchtigt.

Screen vs. Print: Die Grenzen verstehen

Bildschirme arbeiten mit RGB, während im Druck CMYK verwendet wird. Das ist zunächst einmal einfach. Theoretisch kann RGB einen größeren Farbraum darstellen als CMYK.

In der Praxis hängt das jedoch stark vom Bildschirm ab. Nicht jedes Display kann den gesamten RGB-Farbraum wiedergeben. Günstigere oder ältere Laptop-Bildschirme verfügen oft über einen eingeschränkten Farbumfang, sodass sie unter Umständen sogar weniger Farben darstellen als ein hochwertiger CMYK-Druck.

Dadurch entsteht eine neue Herausforderung: Es geht nicht mehr nur um Farben, die sich nicht drucken lassen, sondern auch um solche, die du möglicherweise von vornherein nicht korrekt siehst.

Farben mit System verankern – nicht nach Augenmaß

Wenn Konsistenz entscheidend ist, reicht es nicht aus, sich auf die Darstellung auf dem eigenen Bildschirm zu verlassen. Hier kommen standardisierte Systeme ins Spiel.

Pantone

Pantone bietet eine feste Referenz und beseitigt Interpretationsspielräume. Anstatt Farben über RGB oder CMYK zu definieren, arbeitest du mit einem klar festgelegten Standard.

Das ist besonders hilfreich, wenn:

  • Markenfarben über verschiedene Formate hinweg konsistent bleiben müssen
  • Projekte mehrere Dienstleister oder Druckereien einbeziehen
  • Farbgenauigkeit ein zentraler Bestandteil des Designs ist

Für Workflows, die zwischen digital und Print wechseln, sind Tools wie der Pantone Color Bridge Guide besonders wertvoll.

Er zeigt die jeweils nächstliegende CMYK-Druckumsetzung neben jeder Pantone-Farbe und macht sichtbar, wie sich eine Sonderfarbe im Druck verändert. So kannst du frühzeitig fundierte Entscheidungen treffen, anstatt erst beim Export auf unerwartete Abweichungen zu reagieren.

RAL

RAL erfüllt einen ähnlichen Zweck, wird jedoch häufiger im physischen und räumlichen Design eingesetzt. Es ist weit verbreitet bei Farben, Beschichtungen, Beschilderung und Produktoberflächen.

Für Projekte, die über den Druck hinaus in den physischen Raum gehen, ist RAL oft das passendere System.

Designentscheidungen, die Farbabweichungen vermeiden

Die Grundlage für Konsistenz wird meist zu Beginn eines Projekts gelegt. Einige praktische Entscheidungen machen dabei einen spürbaren Unterschied:

  • Farben wählen, die sowohl im RGB- als auch im CMYK-Farbraum gut darstellbar sind
  • Wichtige Farben frühzeitig in CMYK überprüfen
  • Farbkonvertierungen nicht erst beim finalen Export vornehmen
  • Farben zuerst definieren und anschließend für digitale Anwendungen übersetzen

So bleiben Farbentscheidungen realistisch und an das tatsächlich Umsetzbare gebunden.

Dein Bildschirm bleibt entscheidend

Zwei nicht kalibrierte Bildschirme können dieselbe Datei sehr unterschiedlich darstellen. Das erschwert es, feine Farbnuancen sicher zu beurteilen.

Du brauchst keine komplexe oder übermäßig technische Ausstattung, aber eine verlässliche visuelle Grundlage ist unerlässlich, wenn Farbgenauigkeit eine Rolle spielt.

Für die zuverlässigsten Ergebnisse sorgt ein Hardware-Kalibriergerät wie ein Calibrite-Gerät wie das Display 123. Es misst und justiert deinen Bildschirm präzise, sodass du Farben so siehst, wie sie tatsächlich definiert sind – und nicht so, wie dein Monitor sie zufällig darstellt.

Beim Kalibrieren helfen einige einfache Gewohnheiten:

  • Helligkeit auf ein sinnvolles Niveau einstellen, um unbewusste Anpassungen im Design zu vermeiden – z. B. 80–100 cd/m² für Print
  • Einen Standard-Weißpunkt wie D65 verwenden
  • Regelmäßig neu kalibrieren, damit sich das Display nicht über die Zeit verändert
  • Eine Monitorhaube verwenden, um Reflexionen zu reduzieren

Ziel ist Konsistenz, nicht Perfektion. Du solltest dich auf das verlassen können, was du siehst.

Warum Kalibrierung für Farbgenauigkeit entscheidend ist

Viele Designer fragen sich, warum sie ihren Bildschirm kalibrieren sollten, wenn ihre Arbeit letztlich auf alten Smartphones oder nicht kalibrierten Displays betrachtet wird. Doch Kalibrierung dient nicht dazu, die Darstellung bei anderen zu kontrollieren – sondern sicherzustellen, dass du während des Gestaltungsprozesses auf Basis korrekter Farben arbeitest.

Egal ob für Screen oder Print: Du brauchst einen verlässlichen Referenzpunkt, damit deine Farbentscheidungen bewusst und präzise sind. Es ist ein bisschen wie das Stimmen einer Gitarre vor einem Auftritt: Du kannst nicht kontrollieren, wie Lautsprecher oder Kopfhörer beim Publikum klingen – aber du kannst sicherstellen, dass dein Instrument selbst richtig gestimmt ist.

Ein zuverlässigerer Workflow

Ein konsistenter Ansatz sieht in der Praxis meist so aus:

  • Farben, wo sinnvoll, mit Pantone oder RAL definieren
  • Von Anfang an mit den Grenzen von CMYK arbeiten
  • RGB als Ausgabeformat für Digital verstehen, nicht als Ausgangsbasis
  • Den Bildschirm kalibriert halten, um konsistente Entscheidungen zu treffen
  • Wichtige Farben mit einem physischen Pantone-Fächer abgleichen – nicht nur am Bildschirm
  • Farben unter neutralen, kontrollierten Lichtbedingungen prüfen
  • Konvertierungen als Kontrolle nutzen, nicht als Lösung

Farbkonsistenz entsteht selten erst beim Export. Sie ist das Ergebnis richtiger Entscheidungen im gesamten Prozess.

Wenn du innerhalb der Grenzen von Screen und Print arbeitest und standardisierte Referenzen mit realen Vergleichen kombinierst, wird die Lücke zwischen beiden deutlich leichter beherrschbar.

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